Gemeinsam einen neuen
Markt verstehen

Erkennen der kulturellen Einflüsse auf wirtschaftliches Handeln

Kulturerfassungsmodelle, wie Sie sie ggf. schon kennen, werden in interkulturellen Zusammenhängen, z. B. Trainingsmaßnahmen, bei Entsendungen von Mitarbeitern in andere Länder genutzt, um auf länderspezifische Unterschiede zur eigenen Kultur hinzuweisen.

Die Vermittlung von  kulturellen Besonderheiten und Dos and Don’ts allein hilft jedoch nicht, eine gute Atmosphäre und ein förderliches Gesprächsklima bei Begegnungen mit anderen Kulturen zu erreichen. Reine Kulturvergleiche führen zu stereotypen geprägten Erwartungen, was vermieden werden sollte. Denn unsere Erwartungen und Vorstellungen verhindern möglicherweise eine neutrale, sachliche und offene Kulturbetrachtung, die aber für ein gutes zwischenmenschliches Verständnis und Auskommen wichtig ist.

Auch stellt sich in unserer globalisierten Welt die Frage, wie sehr man sich tatsächlich von seinem Gegenüber unterscheidet. Viel wichtiger noch als Unterschiede aufzuzeigen, gilt es also zu verstehen, wie unterschiedliche religiöse, soziale und umweltliche Lebensräume zu bestimmten Denkweisen, Ansichten, Haltungen führen können.

Allgemeine Kulturbeschreibungen sind zur Erstorientierung notwendig und Universalmodelle wie von Hofstede oder Hall können hier hilfreich sein. Gemäß der neueren Kulturforschung ist jedoch ein kontextabhängiger Perspektivenwechsel zwischen der Makroebene Nation und der Mikroebene des Individuums, d. h. weg von verallgemeinernden Kategorisierungen hin zur Einbeziehung der kulturellen Prägungen und Lebenswelten des Einzelnen notwendig. Das Verständnis solcher Modelle und ein Wissen um deren Aussagefähigkeit und Nutzbarkeit sind daher von großer Wichtigkeit.

Gern erarbeite ich für Ihren Auslandsprojekt ein passendes Seminar der, je nach Kontext, Aspekte der interkulturellen Kommunikation und die Erkennung und Förderung der eigenen interkulturellen Kompetenz beinhaltet und unterstütze Sie beim Aufbau einer guten interkulturellen Wirtschaftsbeziehung.

Ein Projektbeispiel zur interkulturellen Beratung

MIT Mess- und Prüftechnik GmbH – Projekt Indien

Interkulturelle Beratung und Projektbegleitung bei der Vertriebsreaktivierung des indischen Vertriebspartners mit Hauptsitz in Chennai und Nebensitz in Hyderabad, Indien.

Vorbereitung:

Kontaktaufnahme mit dem Vertriebsunternehmen in Chennai und Vorgespräch; Erarbeitung der nächsten Schritte im Hinblick auf den Vorschlag des Vertriebspartners bezgl. der Teilnahme der  MIT Mess- und Prüftechnik GmbH am Annual Indian Roads Congress (IRC) 2016 in Hyderabad, Indien.

Der IRC ist eine Spitzenorganisation der Straßenbauingenieure in Indien und setzt sich u.a. für Best Practices im Straßenbau in Indien sowie für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein und gibt entsprechende Standards heraus.

Erste Schritte:

Recherchen zum IRC, mögliche Maßnahmen (technische Präsentation des MIT-Dübellagenmessgeräts) und Einholung von Informationen über den Straßenbau allgemein und speziell über das aktuell von Indien geförderte Betonstraßenbauprogramm. Gemeinsame Erarbeitung von Plänen und Einholung von Bestätigungen zum Ablauf des bevorstehenden Treffens und der IRC-Teilnahme. Kurzfristig ergab sich auf Einladung eines anderen Unternehmens, das für den Vertrieb von Betongleitschalungsfertigern in Indien zuständig ist, ein Besuch der bauma India, die gleichzeitig in Delhi stattfand, den ein Ingenieur der MIT Mess- und Prüftechnik GmbH mit einem Vertreter des Vertriebsunternehmens aus Hyderabad auch wahrnahm.

Begleitung vor Ort:

Beratende Begleitung während des IRC und bei den Gesprächen der MIT Mess- und Prüftechnik GmbH mit Vertretern des Vertriebsunternehmens und Erledigung anstehender Aufgaben vor Ort.

2017

Kurze Abklärung mit dem Vertriebsunternehmen bezgl. eines weiteren Besuchs der Ingenieure der MIT Mess- und Prüftechnik GmbH in Delhi zwecks einer praktischen Vorstellung ihres Dübellagenmessgeräts unter Teilnahme von Vertretern des National Highways Authority of India (NHAI).

1. Etappenziel:

Erstes Ziel war bei der anstehenden Revision des Standard Specifications and Code of Practice for Construction of Concrete Roads, IRC:15-2011 im Anschluss an den IRC 2016 einen Eintrag zu bewirken, der Prüfungen der Dübellagen in Betonstraßen über nicht invasive Methoden anstatt mit Bohrkernen ausdrücklich regelt. In der fünften Revision IRC:15-2017 findet sich nun die Vorgabe, dass Dübellagen während des Baus stichprobenartig bei 25 % der Querfugen mittels eines auf Magnetic Pulse Induction (MPl) basierenden Geräts gemäß ASTM E3013/E3013M – 15 zu prüfen sind.

„Inge Grüneberg hat uns bei unserem ersten Marktauftritt in Indien mit sehr guter Sachkenntnis und viel Engagement unterstützt. Besonders wertvoll war für uns eine vorab durchgeführte Marktrecherche, ein Besuch bei unserem indischen Geschäftspartner in Chennai und die persönliche Begleitung auf unserer ersten Geschäftsreise nach Indien im Dezember 2016. Alle diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die MIT sich entschloss, die Markteinführung ihrer Produkte in Indien weiter voranzutreiben. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und empfehlen Frau Grüneberg gerne weiter.“

Andrea Ulbricht, Geschäftsführung, MIT Mess- und Prüftechnik GmbH